
Am heutigen 2. Adventsonntag möchte ich mich mit Euch ein bisschen zurück erinnern – wie war das, das Weihnachtsfest früher, als Kind?
Ich erinnere mich dabei ganz deutlich an die Christbäume, die für mich riiiiesig waren, an die vielen bunten Kugeln, an das Lametta (ja, damals war das noch „echtes“ Lametta, nicht dieses grausliche Plastikzeug von heute…), an den Schoko-Behang und an die Windbäckerei in den verschiedensten Pastellfarben, die als Ringerl, Sternderl, und sogar in Tannenform am Baum hingen. Windbäckerei – hat man das heute überhaupt noch? Dieses herrliche Bröseln beim Hineinbeissen und dann im Mund war sie auf einmal weg, wie dahingeschmolzen.
An bestimmte Geschenke erinnere ich mich komischerweise gar nicht – der erste Teddy, die erste Puppe, ein bestimmtes Spiel – nein, ich kann mich an keines von diesen Dingen erinnern. Ich weiß nur, dass ich von klein auf immer viele Bücher bekommen habe. Meine Liebe zur Literatur wurde damit schon sehr früh geweckt – ein wunderbares Geschenk, das mir immer kostbarer wird, je älter ich werde.
Weihnachten hat auch immer mit dem Vorlesen von Geschichten zu tun gehabt – sowohl in meinem Elternhaus, als auch jetzt mit meinem Partner. Weihnachtsgeschichten vorzulesen hat bei uns Tradition: ich erinnere mich so gerne an unser erstes Weihnachtsfest, an dem wir zwar schon ein Paar waren, aber noch nicht zusammen gewohnt und gefeiert haben. Damals haben wir unser eigenes „Weihnachten“ einfach um einen Tag vorverlegt. Jeder hatte ein kleines Geschenk für den anderen, wir haben es uns in meiner Wohnung bei Kerzenschein und einem kleinen Christbaum gemütlich gemacht und gemeinsam Geschichten gelesen. Natürlich nur Geschichten, die auch gut ausgehen. Und Tiere mussten auch immer irgendwie vorkommen.
Die folgende kurze Geschichte für Kinder war bei diesem ersten gemeinsamen Weihnachten auch dabei, darum möchte ich sie Euch heute mit einigen Fotos von Gut Aiderbichl vom Winter 2010 ins Adventkalender-Türchen legen:
Die Abenteuer der kleinen Stallmaus
Eine kleine Maus lebte lange Zeit im Stall mit den anderen Tieren. Da waren die zwei Pferde Hulda und Hain, die Kühe Frieda, Hilda, Selma und Linda, sowie einige Schweine, die aus irgendeinem Grund keinen Namen bekommen hatten. Das störte die Schweine aber nicht weiter, sie grunzten den ganzen Tag zufrieden und machten sich sofort über ihr Futter her, kaum dass der Bauer es in den Fresstrog gekippt hatte.
Manchmal kam auch der fette Kater mit in den Stall, dann versteckte sich die Maus immer im Stroh bei den Pferden, vor denen hatte der fette Kater Angst und machte einen großen Bogen um beide.
Einmal hatte es die Maus aber nicht rechtzeitig geschafft und der fette Kater stand genau zwischen ihr und der Pferdebox. Noch hatte er sie nicht bemerkt.
In ihrer großen Angst springt die kleine Maus in den Korb mit Kartoffeln den der Bauer abgestellt hatte und verkriecht sich da in die äußerste Ecke. Der Bauer kippt die Kartoffeln aus, die Maus klammert sich im Korbgeflecht fest. Jetzt tut der Bauer Holzscheite in den Korb. Die Maus hat es nicht mehr rechtzeitig hinaus geschafft und zieht gerade noch rechtzeitig den Kopf ein um nicht von einem Holzscheit erschlagen zu werden. Das Herz der kleinen Maus klopft heftig, als der Bauer den Korb mit dem Holz anhebt und ins Haus trägt. Hier stapelt er das Holz neben dem alten Ofen. Die Maus bleibt unbemerkt. Sie klettert bis zum Korbrand und sieht den Kater schlafend auf einem Stuhl in der Nähe des Ofens liegen. Sie klettert heraus und sucht sich ein sichereres Versteck in der schmalen Nische zwischen Küchenschrank und Wand. Hier passt der fette Kater nicht rein.
Der Bauer schleppt eine prächtige Fichte in die große Wohnküche und stellt sie auf. Die Bäuerin hängt silberne Kugeln, silbernes Stroh und andere Dinge an den Baum. Dann kommen noch Lichter drauf. Die Maus staunt und bekommt ganz große Augen. So etwas hat sie noch nicht gesehen. Wenn sie das den anderen Tieren im Stall erzählen würde, die würden Augen machen!
Jetzt legt die Bäuerin auch noch bunt eingewickelte Pakete unter den Baum. Der Kater ist auf den Hof gegangen. Die kleine Maus ist neugierig was wohl in den bunten Päckchen ist. Sie verlässt ihr Versteck und huscht rüber unter den Baum. Sie nagt ein klitzekleines Loch in eines der bunten Pakete und drängelt sich hinein. Puh, ist das dunkel hier drin.
Bevor sich ihre Augen an die Dunkelheit gewöhnen können, hört sie Stimmen. Die Stimmen sind ihr bekannt. Es sind die Kinder und Enkelkinder der Bauern. Sie kommen auch manchmal in den Stall und bringen Äpfel und Karotten für die beiden Pferde mit, wenn denen beim Kauen etwas herunterfällt macht sich die Maus über die Leckerei her. Die Bäuerin fordert ihre Kinder und Enkel auf von dem selbstgebackenen Stollen zu nehmen, es sei genügend da. Danach sagt sie zu den Enkeln, sie sollen doch mal unter dem Baum nachsehen, ob da auch ein Geschenk für sie dabei wäre. Das lassen sich die lieben Kleinen nicht zweimal sagen und stürzen sich auf die Geschenke.
Die Maus hat es nicht mehr rechtzeitig aus dem Karton geschafft und wird erst mal kräftig durchgeschüttelt. Dann geht alles ganz schnell. Das Geschenk wird aufgerissen, die kleine Hand von Max greift die Maus und er ruft freudestrahlend: „Oh, ihr habt mir eine richtige Maus geschenkt!“ Das Paket mit dem Plüschpferd fliegt in die Ecke, trifft beinahe den fetten Kater der sich gerade noch in die Fensterbank flüchten kann von wo aus er die Maus anstarrt. Die Erwachsenen tauschen einen fragenden Blick, die Maus kann sich aus Max` Hand befreien, krabbelt blitzschnell an ihm runter und verschwindet in dem Korb in den die Bäuerin kurz vorher Äpfel und Karotten gelegt hat.
Der Bauer hat die Maus beobachtet und sagte zu den Anwesenden: „Ich bringe erst mal den Tieren ihre Geschenke!“ nimmt den Korb und geht in den Stall. Kaum hat er den Korb abgestellt, springt die Maus heraus und rennt unters Stroh zu den Pferden. Der Bauer legt den Pferden Äpfel und Karotten in die Futterraufe, einen kleinen Apfel und eine kleine Karotte legt er ins Stroh, dann gibt er noch den Kühen und Schweinen etwas und ruft: „Frohes Fest Tiere!“ und stampft davon.
(SABINE MOOK aus "WEIHNACHTSGESCHICHTEN MIT HAPPY END ZUM VORLESEN UND SELBER LESEN")
In die Adventzeit gehört für uns traditionell auch ein verlängertes Wochenende im Salzkammergut – ein paar Impressionen vom tief verschneiten St. Wolfgang Mitte Dezember 2010 möchte ich Euch zu einem „Schneegedicht“ dazulegen – es hatte minus 14 Grad am Wolfgangsee, aber die weiße Landschaft war derart traumhaft, dass wir die Kälte gar nicht wahrgenommen haben:
Schneeweiße Weihnacht (Bernd Walf)
Schnee fällt, der Winter ist da, so weiß seine Pracht,
und alles ist still, denn ganz nah ist die heilige Nacht.
Zugefroren der Teich,
vom Schnee sind die Straßen geräumt.
Schneeweiße Weihnacht, ein Traum, den wir Kinder geträumt.
Licht aus den Fenstern, die Nacht ist dunkel und klar.
Die Sterne sie funkeln ganz sacht, der Mond scheint so nah.
Alles Land weit und breit
blitzt und schimmert wie ein Edelstein.
Schneeweiße Weihnacht, ein Traum wird bald Wirklichkeit sein.
Spuren im Schnee überall, von Kindern gemacht.
Doch nun ist es still, denn im Stall ist ein Kindlein erwacht.
Es wird dunkel im Land,
die Heilige Nacht ist nicht weit.
Schneeweiße Weihnacht, ein Traum wurde Wirklichkeit.
Das Bild ganz oben ist übrigens mein Bock vom Adventzauber in Schloss Hellbrunn, der das ganze Jahr über bei uns im Vorzimmer steht – mit Osterschmuck genauso wie im Sommer mit bunten Blumen, im Herbst mit Laub und Zweigen, und jetzt eben im vorweihnachtlichen Gewand.
Ich wünsche Euch eine wunderschöne Adventzeit mit stillen, besinnlichen Momenten abseits der lauten Punschseligkeit…
Alles Liebe,
etoile77
alle Fotos: meine!
An die Weihnachten meiner Kindheit kann ich mich auch noch erinnern,
auch an ein paar bestimmte und auch an einige Geschenke.
Unser Christbaum war meist üppig geschmückt,
Weihnachtsgirlanden(oder wie immer das heißt) auch dran und oft auch eine Lichterkette.So Schokobehang hat auch nicht fehlen dürfen.
Der meiner Großeltern war nicht ganz so üppig geschmückt,dafür waren aber auch Windringe dran.
An einem der Weihnachtsfeiertage sind wir dann meist auch zu Besuch zu unseren Urgroßeltern gefahren.
Die Weihnachtsgeschichte über die Maus ist auch bezaubernd.
Punschseligkeit interessiert mich sowieso überhaupt nicht.
Wünsche dir und deiner Familie einen schönen 2. Advent!
Liebe Grüße